So, ich muss es gestehen : inzwischen besitze ich zu meinem iBook, iPhone auch das iPad! In den Fängen des Industrieriesen Apple.
Ich habe einige Zeit mit mir gerungen. Am Flughafen in Ulaan Baatar habe ich schon einen Asiaten lautstark damit Spielen sehen, aber da war das noch gar nicht im Fokus. In Deutschland wurde ich denn mit Artikeln und Berichten beschossen und ich habe mir mal darüber Gedanken gemacht wozu ich so ein Computer(chen) gebrauchen könnte. Scheinbar gehöre ich zur Zielgruppe.
Daheim nutze ich den Mac nur zum Surfen, E-Mail schreiben oder Medien abzuspielen. Das konnte das Dingen auch, blos es ist einfach um einiges handlicher. So habe ich mir das iPad im Apple-Store bestellt… Und nach ein wenig hin und her auch (zwei Wochen später) zugeschickt bekommen.
Jetzt habe ich einige Erfahrungen damit sammeln können. Den Atomkraftartikel habe ich komplett auf diesem Dingen geschrieben und über das WordPress-App veröffentlicht. Und so einige andere Sachen habe ich auch schon damit angestellt. Somit geselle ich mich mit diesem Artikel in die Reihen der tausend anderen Testberichte ein und schreibe hier mein persönliches Fazit zu dem Gerät:
Hardware
Ich habe mir die 16Gb 3GS Variante zugelegt, aber erst einmal ohne Mobilfunkvertrag.
Nach dem auspacken und dem entfernen der Schutzfolie kann man das Gerät direkt einschalten. Aber es ruft sofort penetrant nach einem Rechner auf dem iTunes installiert ist. Das überspielen der Medienbibliothek dauerte in meinem Falle etwas länger, da ich schon einiges an Musik habe. Schnell ist etwas anderes…
Nach dem Synchronisieren wurde ich direkt nach dem Download der Bücherapp gefragt und dieses Programm ist dann auch schnell installiert. Winnie the Poo ist direkt dabei, aber auch einige hundert andere deutsche Klassiker gibt es gratis zum Download. Neben Wilhelm Busch habe ich mir auch “Kritik der reinen Vernunft” besorgt, weiß aber noch nicht ob ich die 500 Seiten jemals lesen werde. Also der Einstieg in das Gerät waren Bücher.
Das was generell als erstes auffällt ist die Geschwindigkeit. Die Bedienung ist direkt, schnell und flüssig. Applikationen wie Foto, Web, Maps oder Bücher reagieren prompt und sind gut zu bedienen. Die Drehung des Gerätes ist schnell und alle Standardprogramme unterstützen beide Darstellungsformen. Falls das Rotieren nicht cgewünscht ist, kann man diese über einen kleinen Schalter abstellen.
Die angegeben Batterielaufzeit ist wirklich bei 10 Stunden. Ich konnte bei meinem Test alles mache und habe den Prozessor nicht geschont. Nach knapp neun Stunden verblieben noch 14% Batterie. Ein Nachteil ist allerdings der Monitor, den man nämlich als Schminkspiegel benutzen kann. Wie beim iPhone glänzt die Oberfläche stark und neigt zur Fingertappsenfalle. Allerdings hat das iPad einen sehr starke Hintergrundbeleuchtung die einiges der Spiegelungen ausgleichen kann.
Die Bildschirmtastatur ist groß genug um damit schnell und präzise zu tippen. Zu erwähnen ist hier, dass die Umlaute beim längeren Drücken von A,U,O und S direkt als Ä, Ü, Ö und ß angezeigt werden und ein lästiges mit dem Finger zur Seite wischen wie beim iPhone entfällt.
Das iPad läuft noch nicht mit dem aktuellen mobilen Betriebssystem von Apple, sondern mit iOS 3.2. Das fand ich ein wenig ernüchternd und somit gibt es kein Multitasking oder Applikationsgrouping.
Software
Im Lieferumfang sind Browser, Mail, Foto, iPod, Maps, Kalender, Videos, Youtube, iTunes, Appstore, Kontakt und Notizen enthalten. Da ich schon vorher mir einige Videos angeschaut habe, habe ich mir Numbers, Pages und Keynotes als mobile iWorks Varianten installiert.
Browser
Der Browser ist schneller als alle meine Desktops- und Notebookbrowser. Vielleicht liegt es ja daran, das Apple kein Adobe Flash unterstützt
Das fühlt sich richtig gut an…
Mail
Leider gibt es keinen zentralen Posteingang aber es ist aufgrund der Auflösung ein wenig übersichtlicher und lässt sich wie gewohnt bedienen.
Foto
Foto ist Klasse. Neben einer Diashow mit Musik, lassen sich die Alben und Fotos gut ansteuern und die Bildwiedergabe ist super. Ich konnte Foto sogar schon für eine Präsentation der Mongoleifotos in einer kleinen Gruppe nutzen.
iPod, iTunes
Bedient sich und fühlt sich wie gewohnt an.
Maps
Maps ist auf dem iPad wirklich superschnell und es macht Spaß mit den Fingern über die Welt zu zischen.
Kalender, Kontakte und Notiz
Haben eine optische Überarbeitung erhalten. Die Wochenansicht im Kalender finde ich wunderbar und der Kalender sieht aus wie eine Lederkladde. Hübsch, aber ohne großartigen neuen Funktionsumfang.
Video
Das Programm ist übersichtlich strukturiert und stellt die auf dem iPad vorhandenen Video in Kategorien wie “Ausgeliehene Video”, “Videos”, “Potcasts” und “Musikvideos” dar. Beim klicken auf z.B. einen Film gelangt man auf die Beschreibung. Kapitelauswahl und Sprachauswahl stehen auch zur Verfügung. Alle Videos die ich mir bisher angeschaut habe wurden ruckelfrei mit guter Klangwiedergabe dargestellt.
Pages
Man kann Pages wirklich zum schreiben benutzen. Ich lege mir dafür das iPad im Querformat hin. Somit ist die Tastatur ausreichend groß um mit zehn Fingern zu tippen. Die Autovervollständigung und Rechtschreibkorrektur klappt gut. Einfaches Textverarbeitungsprogramm ohne viel Schnickschnack.
Numbers
Das Excelderivat kommt wie die zwei anderen Programme mit einigen Vorlagen daher und sollte ausreichen einfache Tabellen und Diagramme zu erstellen. Aufwendige Kalkulationen oder Statistiken dürften die Software allerdings sprengen *wild guess*
Keynote
Ist einfach wie eine abgestreckte Version von Powepoint.
Alle drei iWorks Programme können die Microsoftformate lesen und schreiben. Zusätzlich können die Dokumente in PDF ausgegeben und via E-Mail verschickt werden. Weiterhin gibt es in der aktuellen iTunes Version auf dem MAC dann nach der Installation der drei Programme einen Austauschbereich in dem Dokumente an das iPad übergeben werden können. Praktisch!
Alle Programme die man für das iPhone gekauft hat laufen auch auf dem iPad. Wenn diese allerdings nicht mit HD gekennzeichnet sind mit kleiner Fuzzeldarstellung die man über den 2X Knopf vergrößern kann.
Ein kleiner Gimmeck am Rande: Sperrt man das iPad steht neben dem Entriegeln-Knopf ein Button zur Verfügung, der das iPad in einen digitalen Bilderrahmen verwandelt.
Soweit meine kleine Einschätzung.

Chikatze
Was nicht so ganz rüberkommt: Magst Du es denn?

Der Blendentanz und ich sind ja völlig begeistert von dem Teil.
Ich wäre auch absolut die “Zielgruppe”… aber hab leider absolut kein Geld für sowas im Moment.
Mir wäre auch lieber gewesen, er hätte das Geld jetzt für unsere Kaution…
*seufz*
Sluff
Es ist nützlich und es macht Spaß es zu benutzen… letztendlich ist es aber nur ein sehr formschönes Gadget!
Jens
Braucht man es? Nein.
Was kann es mehr als ein iPod Touch? Nichts.
Aber es macht einfach Spaß den größten iPad Kritikern zuzusehen, wenn Sie “das Internet in der Hand halten” (wie Steve so schön sagt), und es nach einer weile Spielerei wieder mit glasigen Augen zurückgeben müssen. Viele kommen nach ein paar Wochen mit einem eigenen zurück.
Man kann es nicht erklären, man muss es Erfahren was den Reiz von einem “großen iPod Touch” ausmacht. Und dann braucht man es immer noch nicht. Aber man will es.
Und wie wir gestern bemerkt haben: Man kann darauf tatsächlich auch produktiv arbeiten.
Rumpelwald
Deine Bewertung interessiert mich mehr als Bewertungen von Zeitschriften die durch Werbeeinnahmen etwas vorsichtiger sein sollten
Also, mein iBook bekommt immer mehr Macken und ich ahne, dass es nicht mehr lange halten wird. Also würde für mich nur ein Powerbook infrage kommen, wenn ich mir was kaufen muss. Einfach weil ich da mehr möglichkeiten habe und wirklich auch die echte Tastatur brauche.
Leider. Weiß nicht warum. habe ein Handy ruiniert, mehrere Musikspieler (einen iPod) bis ich merkte dass es an meinem rechner lag. Wenn das iPad aber direkt nach einem Rechner fragt dann wäre ich da schon aufgeschmissen.
wären meine Wichtigsten HabenWollnDinge
An meinen Rechner kann ich nichts anschließen, also kein Handy, USB-Stick ect… alles wäre danach kaputt
Ich habe mal vor zwei Wochen bei Saturn mit dem Teil rumgespielt und finde die Grafik und alles ganz wunderbar! Aber wie gesagt, ein neuer Rechner und mal ein iPhone
Liebe Grüße dir
Beat
danke für diesen ausführlichen Bericht. Nun weiss ich endlich für was dieser Knopf (digitaler Bilderrahmen) ist
Sluff
@Beat: Hehe… gern geschehen
Sluff
@Rumpelwald: Das hört sich ja übel an mit Deinem Rechner. Oweh, ich wäre aufgeschmissen ohne USB Port! Tatsächlich habe ich das iPad fast immer dabei und das iPhone kommt mir inzwischen klein und mickrig vor… vor allem beim SMS tippen. Aber wie Du schon sagtest: Es ersetzt keinen Rechner mit einer ordentlichen Tastatur.