01.07
2010

Wolkenfronten

So, es fällt mir recht schwer die Sachen aus der Mongolei hier zu zeigen. Mein Perfektionismus hemmt mich ein wenig. Außerdem ist mir immer noch nicht klar ob ich mir die Arbeit machen sollte und mein Tagebuch hier komplett zu veröffentlichen.

Einige Kritiker und Freunde denen ich die Bilder schon gezeigt habe haben mir angeraten mit den Bildern ein Verlag aufzusuchen und dort den Reisebericht als Buch oder die Fotos als Kalender zum Verkauf anzubieten. Ich bin soooo unschlüssig…

Somit habe ich mir erst einmal eine Situation rausgesucht und mich gewagt den vorletzten Tag der Reise hier aufzubereiten.

Oggi Lake Region
Tag #16 – Wolken

Die Geschichte zum Film und Foto: Am vorletzten Tag der Reise besuchte ich den “Oggi Lake”. Dort kam ich in einem sehr komfortablen Jurtencamp unter. Die Landschaft breitete sich wie oft auf der Reise vor mir aus und in mir brodelte es. Ich wollte die dynamische Bewegung der Schatten und die Formen und Farben der Wolken und Landschaft festhalten. Somit entschloss ich mich die Intervallaufnahmefunktion meiner Kamera zu nutzen. Ich suchte mir einen schönen Platz außerhalb des Camps und richtete das Stativ samt Kamera auf die naheliegenden Hügel aus.

Während der Serienaufnahme ließ ich die Kamera einige Zeit aus den Augen und erkundete die umliegende Gegend. Zu diesem Zeitpunkt schien die Natur gerade zu erwachen, daß Grün spross aus jedem Winkel, erste Blumen waren zu erkennen und der Boden war voll von kleinen (Frucht-) Fliegen! Das stimmte mich nicht gerade froh, denn mit einem Schritt erledigte man direkt einige Dutzend von denen. Die anderen flüchteten in einer kleinen Wolke vor den Schritten, flogen einem ins Gesicht als ob diese sich persönlich beschweren wollten oder ließen sich am Hosenbein nieder. Somit entschied ich mich nach einiger Zeit einfach stehen zu bleiben und die berauschende Gegend zu beobachten und die Fliegen zu ignorieren.

Nach kurzer Zeit wurde ich durch ein Geräusch gestört. Kurz darauf sah ich duzende Pferde aus einer Staubwolke über einen Hügel galoppiert kommen. Halbwilde erdfarbene Pferde die sehr gut genährt waren und deren Fell in der Sonne glänzte. Hinter den Pferden ein Nomade, der die Tiere mit seiner Stimme und Reiterkunst anhielt sich in seine gewünschte Richtung zu bewegen. Alle zusammen in einigem Abstand an mir vorbei ohne mich zu beachten und dann waren diese auch bald schon wieder ausser Sicht- und dann ausser Hörweite.

Ruhe trat ein. Ruhe bedeutet in der mongolischen Steppe, daß man außer dem Wind und vielleicht Vögeln keinen Mucks vernahm. Die Ohren fangen bei dieser Stille an die Verstärkung hochzufahren und “suchen” förmlich nach Geräuschen. Das ist so ungewohnt, dass es fasst schon ein wenig schmerzt.

Die Wolken nahmen nach einiger Zeit bedrohliche Farben an und in der Ferne konnte ich es schon Regen sehen. Das Wasser wickelte sich in langen dunkelen Fäden aus den Wolken. Ein starker Wind kam auf und ich entschloss mich dann schnell meine Aufnahme abzubrechen und die Jurte aufzusuchen. Als ich die Eingangstür erreichte fing es auch schon heftig an zu Regnen. Glück gehabt!

Da die Jurten eine Belüfungsöffnung haben, musste ich dann schnell das Ofenrohr einholen und die Öffnung von Außen mit einem Stoffteil der Jurte verschließen. So prasselte dann für eine viertel Stunde in dumpfen Tönen der Regen auf die Jurte. Danach begrüßte mich wieder ein strahlend blauer Himmel mit einigen “puffy” Wolken. So schnell ändert sich das Wetter in de Mongolei…


3 Kommentare

  1. Heinz, schööööön!

  2. Upps. Noch nicht fertig.
    ABER:
    Ich bin ja eine von den “Freunden”…. :
    Die Bilder wirken einfach in dem winzigen Format hier auf dem Blog nicht.
    Ich finde das so schade.
    Die brauchen was größeres.
    Wer Deine Fotos auf dem MacBook oder als Print gesehen hat, der weiß, was ich meine… ;)

  3. Ja so isses. Inzwischen find ich die Ausdrucke aus besser als die Pixels auf dem Bildschirm… ich schau mal wann und ob ich die Zeit dafür finde…


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