In den letzten Wochen habe ich mich ab und an mit Zeitraffervideos beschäftigt. Tatsächlich ist das heutzutage gar kein Voodo mehr. Man brauch auch gar keine aufwendige Ausstattung mehr. Lediglich ein wenig eine Kamera, Geduld und Software.
Vor einigen Tagen habe ich eine neue Sequenz erstellt. Die Bewegung des Mondes und der Wolken bei Nacht. Der Mond ging auf und die Szene war sehr ansehnlich… so musste ich einfach diese Aufnahme machen.
Und nun wollte ich hier einmal kurz erklären wie eine solcher Zeitraffer selber erstellt werden kann. Vorraussetzung ist eine digitale Kamera und ein Stativ. Aber bevor man die Kamera einfach aufstellt, hunderte von Aufnahmen machen lässt, man Zeit investiert und letztendlich mit dem Ergebnis unzufrieden ist sollte man einige Vorüberlegungen anstellen. Nach meinen bisherigen Erfahrungen sollte auf folgendes geachtet werden:
Batterien und Speicherplatz
Es sollte vorher geprüft werden ob die Batterien aufgeladen sind und ob die angestrebte Menge von Bildern überhaupt auf die Speicherkarte passt. Neben der Auflösung kann bei den meisten Kameras auch noch die Qualität der Bilder eingestellt werden. Ggf. kann die Kamera ja auch an den Strom und / oder an den Computer angeschlossen werden.
Wettersituation
Und da die Kamera ja so lange beschäftigt ist sollte vorher geklärt sein wie das Wetter wird. Ich habe die Kamera schon mal wegen einer Schlechtwetterfront in letzter Sekunde abbauen müssen, was natürlich schade ist. Wenn man einen guten Unterschlupf hat kann das sehr hilfreich sein.
Szene und Standort
Der Standort sollte gut gewählt sein. Je nach dem welche Szenerie man aufnehmen möchte sollte darauf geachtet werden das keine Objekte oder Menschen die Kamera verdecken. Für meine Wolkenaufnahmen suche ich mir einen erhöhten Standpunkt. Weiterhin sollte darauf geachtet werden wie sich die Szene entwickelt. Den Mond konnte ich einigermaßen einschätzen, allerdings sind z.B. die Wolken kaum zu berechnen und da braucht es ein wenig Glück.
Testlauf
Einige Testaufnahmen zu machen kann auch nicht schaden. Ich nutzte diese Aufnahmen um die Belichtung und die Blendeneinstellung zu ermitteln und zu justieren.
Manuelle Einstellungen
Die Kamera sollte komplett auf Manuell geschaltet werden. D.h. keine ISO -, Blenden- oder Belichtungsautomatik. Bei meiner Kamera kann ich diese Werte alle fest einstellen und so verhindern das später in der Animation die Bilder flackern.
Den Autofokus nutze ich für die Wolkenaufnahmen auch nicht. Bei den allerersten Versuchen stellt die Kamera nicht immer auf den gleich Punkt scharf und so gab es komisch Effekte in der Sequenz.
Intervall
Je nach dem welchen Effekt man bei dem Zeitraffer erzielen möchte ist es wichtig sich über das Intervall der Aufnahmen gedanken zu machen. Je mehr aufnahmen ich pro Stunde mache, desto langsamer wird der Film und je größer der zeitliche Abstand zwischen den Bildern ist desto schneller werden die Bewegungen.
Stativ
Das Stativ sollte auf festen Untergrund stehen. Ich hatte schon Aufnahmen auf meiner Terrasse gemacht die verwackelt waren, weil ich dort rumgelaufen bin. Wenn es sehr windig ist und das Stativ voll ausgefahren ist kann es sein das es leicht schwankt. Sicherlich kann dieses mit einigem Aufwand in der Postproduktion behoben werden, aber kostet unnötig viel Zeit bei der Filmerstellung.
Aufnehmen
Ich denke das sind soweit erst einmal die wichtigsten Punkte. Nach all dem kann die Kamera einfach die Aufnahmen machen. Glücklicherweise hat meine Nikon D700 eine Intervallschaltung die es ermöglicht alle n-Sekunden eine Aufnahme zu machen. Trauriger weise kann ich maximal nur 999 Bilder aufnehmen. Bisher hat die Anzahl immer noch gereicht, denn ich habe bisher noch keinen Zeitraffer über 40 Sekunden länge produziert.
Ich denke aber aktuell trotzdem über eine andere Möglichkeit der Aufnahme nach. Die Nikon Camera Control Software könnte ich auch nutzen. Vorraussetzung dabei ist aber das der Laptop immer in der nähe ist… und das bedeutet noch mehr schleppen. Alternativ gibt es noch die Möglichkeit einer guten Fernsteuerung für die Kamera. Für fast alle Kameras gibt es hochgerüstete Fernsteuerungen die es ermöglichen Intervall-aufnahmen zu machen und somit steht einem Zeitraffer nichts im Wege.
Postproduktion
Hat man erst einmal die gewünschten Bilder auf der Kamera werden diese dann auf den Rechner übertragen. Ich nutze dazu Adobe Lightroom und importiere die Daten ohne die Bilder zu bearbeiten. Eine automatische Anpassung der Bilder kann zu lustig Effekten führen.
Wenn denn alle Bilder importiert wurden beginnt die eigentliche Postproduktion. Falls auf den Bilder ein Staubkorn ist oder Ausschnitt, Helligkeit, Farbe oder Kontrast angepasst werden müssen erledige ich dieses auf dem ersten Bild und übertrage die Einstellungen auf den Rest der Sequenz.
Exportieren
Bisher habe ich die Sequenzen immer im Rohformat geschossen. Aber auch die JPGs haben bei mir eine Auflösung von 4256×2832 Pixeln. Somit kann ich die Filme rein Theoretisch auch in 1080p HD ausspielen. Bisher habe ich aber nur die Miniauflösung von YouTube genutzt (480px Breite). Also exportiert ich die Bilder als JPG in der gewünschten Auflösung in ein Verzeichnis.
Film erstellen
Den letzten Schritt mache ich in Photoshop CS3. Es gibt sicherlich auch noch andere Programme die das Zusammensetzen von so vielen Bildern ermöglichen.
In CS3 gibt es die Möglichkeit die Bilder als „Sequenz“ zu öffnen. Nach dem ich die Wiedergabegeschwindigkeit (25 Bilder/s) angegeben habe erscheint der Film sofort im Programm.
Über die Funktion „Export“ und dem Unterpunkt „Als Film“ kann man die Sequenz ausspielen. Als Ausgabeformat nutze ich Quicktime Movie.
Und fertig ist der Zeitraffer

nick jackelson
ahh! so geht das also…..
da bin ich ja mal auf den nächsten film gespannt.
lg nj
Rumpelwald
Mensch, Sluff… das ist soooo stark! Kompliment!
Und… naja, ich habe nur den Anfang des Eintrags gelesen weil du natürlich recht hast, man braucht eine gute Kamera. Damit hat es sich für mich dann schon erledigt. Ich habe ja keine, nur die Handykamera
Ich bin VOLL beeindruckt von diesem zweiten Video von dir! Das erste gefiel mir ja schon so.
Es ist sooo eine tolle Idee gewesen das zu machen und ich habe soetwas wirklich bisher nur im TV gesehen, nie in Blogs.
Hab einen tollen Sonntag
Liebe Grüße von mir
Wolf